Studie als PDF sehen.
Einleitung
Die Studie „Jugend in Brandenburg“, die 1991 zum ersten Mal durchgeführt wurde, verfolgt das Ziel, Veränderungen der Lebenssituation brandenburgischer Jugendlicher zu erfassen.
Unser Gymnasium hat an dieser Studie mehrfach teilgenommen. In der aktuellen Erhebung vom September 2005 gibt es nun erstmals einen Datenreport für die teilgenommenen Schulen, der uns jetzt vorliegt.
Es wurden 3.379 Jugendliche im Alter von 12 bis 20 Jahren in 39 Schulen und Oberstufenzentren des Landes Brandenburg nach ihrer Lebenssituation, ihren politischen Einstellungen und ihrer Gewaltbereitschaft befragt. An unserer Schule waren in jedem Jahrgang Schüler einer zufällig ausgewählten Klasse bzw. eines bzw. zweier Kurse in der Oberstufe an der Befragung beteiligt.
Mit dem Datenreport für unser Gymnasium haben wir nun eine Übersicht, wie die Ergebnisse der schulischen Erhebung gegenüber den Landesergebnissen aussehen.
Über folgende beiden Schwerpunkte gibt der Datenreport Auskunft:
1. Jugenddelinquenz
2. Schulqualität
Im Bereich der Jugenddelinquenz erhalten wir einen Überblick über die Akzeptanz von ausländerfeindlichen und rechtsextremen Einstellungen und zum Thema Schulqualität wird uns ein Eindruck vermittelt, wie zufrieden die Schüler mit den einzelnen Bedingungen an der Schule sind.
Kommentar zur Skala: „Rechtsextremismus“
Im landesweiten Vergleich finden an Gymnasien rechtsextreme Positionen kaum Zustimmung.
Dies trifft auch auf unsere Schule zu. 90 % der Befragten lehnen rechtsextremes Gedankengut gänzlich ab. Nur 4 % unserer Schüler tun dieses nicht mit der gewünschten Entschiedenheit. Jedoch ist diese Minderheit innerhalb der Schülerschaft weitgehend isoliert und vertritt auch keine hochgradig rechtsextremen Meinungen.
Gewaltbereitschaft:
"Ich finde es gut, wenn es Leute gibt, die mit Gewalt für Ordnung sorgen"
"Stimmt ...
[1]... gar nicht" [2]... wenig" [3]... ziemlich" [4]... völlig"
In der Studie fallen Schüler der Gymnasien und Oberstufenzentren durch eine geringe Gewaltbereitschaft auf.
Eine allgemein niedrige Gewaltbereitschaft innerhalb der Schülerschaft ist auch für unsere Schule festzustellen. Hinsichtlich des Umfangs der Gewaltbereitschaft schwankt der Belastungsgrad unter den teilnehmenden Schulen in Brandenburg zwischen 0 % und 34 %. Unser Gymnasium liegt dabei klar im unteren Bereich dieses „Belastungsspektrums“.
Ausländerfeindlichkeit:
"Deutschland den Deutschen - Ausländer raus"
"Stimmt ...
[1]... gar nicht" [2]... wenig" [3]... ziemlich" [4]... völlig"
Die Studie zeigt, dass ausländerfeindliche Einstellungen unter den befragten Jugendlichen in Brandenburg durchaus verbreitet sind – wenn auch in eher geringer Intensität. Das Phänomen ist jedoch unter Schülern an Gymnasien unterdurchschnittlich im Vergleich zu anderen Schulformen.
Für unsere Schule kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass bei uns eher eine „ausländerfreundliche“ Grundhaltung bei den Schülern zu verzeichnen ist.
Häufigkeit von Gewalthandlungen:
"Wie häufig beteiligen Sie Sich selbst an Schlägereien oder gewalttätigen Aktionen?"
[1] "Nie" [2] "Selten" [3] "Manchmal" [4] "Oft"
Der Mittelwert für die Häufigkeit von Gewalthandlungen liegt für die Schüler an den teilnehmenden Schulen insgesamt gering; vor allem an Gymnasien treten entsprechende Verhaltensmuster vergleichsweise selten auf.
Die Studie stellt fest, dass an unserer Schule Gewaltanwendungen in der Schülerschaft überhaupt nicht festzustellen sind. „Ein weitgehend gewaltfreies Schulklima scheint demnach ein besonderes Merkmal (unserer) Einrichtung.“ (vgl. Datenreport S. 15).
Schulspaß:
"Mal unabhängig vom Unterricht:
In der Schule gibt es Situationen, wo wir richtig Spaß haben"
"Stimmt ...
[1]... gar nicht" [2]... wenig" [3]... ziemlich" [4]... völlig"
Insgesamt wird die Schule als sozialer Lebensraum von den Jugendlichen positiv eingeschätzt, wenn auch nicht von allen befragten Schülern.
Für unser Gymnasium kommt die Studie zur folgenden Bewertung: „Angesichts des allgemein erfreulichen Gesamtbefundes sollte ausdrücklich hervorgehoben werden, dass sich (unsere) Schule bei diesem Thema sogar positiv von den anderen Gymnasien in der Vergleichsgruppe abheben kann (...). Eine Besonderheit (unserer) Einrichtung scheint demnach darin zu liegen, fast alle Teilgruppen der Schülerschaft gleichermaßen gut in das Schulleben integriert zu haben.“ (vlg. Datenreport S. 21)
Schulunlust:
"Meistens sitze ich in der Schule nur die Zeit ab"
"Stimmt ...
[1]... gar nicht" [2]... wenig" [3]... ziemlich" [4]... völlig"
Der Mittelwert dieser Skala weist zwar einen relativ niedrigen Wert auf. Dabei hält sich die Schulunlust besonders an Gymnasien in Grenzen.
Für unsere Schule kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass sich unser Gymnasium in diesem Bereich nicht wesentlich von Schulen gleichen Typs unterscheidet.
Schulstress/ Schulangst:
"Die Schule verfolgt mich bis in den Schlaf."
"Stimmt ...
[1]... gar nicht" [2]... wenig" [3]... ziemlich" [4]... völlig"
Der Mittelwert ist verglichen mit der Skala „Schulunlust“, also vergleichbar schwach ausgeprägt. Jedoch äußert die Schülerschaft an Gymnasien ein vergleichsweise hohes Ausmaß an Belastungen durch Stress- bzw. Angstgefühle.
Auch die Schülerschaft unseres Gymnasiums bildet hierbei keine Ausnahme.
Schulschwänzen:
"Wie oft ist es schon vorgekommen, dass Sie einzelne Unterrichtsstunden (den ganzen Tag) die Schule geschwänzt haben ?"
[1] "Nie" [2] "Selten" [3] "Manchmal" [4] "Oft"
Die Studie zeigt, dass stundenweises bzw. tageweises unentschuldigtes Fernbleiben auch bei Schülern der projektbeteiligten Gymnasien gelegentlich oder auch öfter einmal vorkommt. Es tritt vor allem bei Schülern der Sekundarstufe II auf.
Diese Form von Schulabsentismus findet sich auch an unserem Gymnasium in dem angedeuteten Ausmaß. Bei den genannten Gründen kommt die Studie für unsere Schule zu dem Ergebnis, „dass Probleme mit anderen Schülern oder mit Lehrkräften als Ursache für das Schulschwänzen an (unserer) Einrichtung offenbar weniger Verbreitung finden als dies an anderen brandenburgischen Gymnasien der Fall ist. Das weist auf ein gut entwickeltes soziales Schulklima hin.“ (vgl. Datenreport S. 29)
Soziale Lehrqualität::
"Die meisten Lehrer bemühen sich, die Schüler auch persönlich kennenzulernen."
"Stimmt ...
[1]... gar nicht" [2]... wenig" [3]... ziemlich" [4]... völlig"
Die Wertungen der Jugendlichen zur sozialen Lehrqualität fallen insgesamt recht positiv aus. Besonders seitens der Schüler an Brandenburger Gymnasien wird diese Skala überdurchschnittlich gut bewertet.
Bezogen auf unser Gymnasium kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass „guter Unterricht (...) aus Schülersicht (...) ein besonderes Kennzeichen (unserer) Schule (ist.) (...) Die Ergebnisse für (unsere) Einrichtung liegen (...) nur wenig unterhalb des Maximalwertes.“ (vgl. Datenreport S. 31)
Schulattraktivität:
"In meiner Schule gibt es viele interessante Arbeitsgemeinschaften."
"Stimmt ...
[1]... gar nicht" [2]... wenig" [3]... ziemlich" [4]... völlig"
Die vorhandenen Angebote an Gymnasien werden von den Jugendlichen vergleichsweise positiv bewertet.
Für unser Gymnasium kommentiert die Studie das Ergebnis wie folgt: „Die Höhe des Skalenmittelwertes (unserer) Schule signalisiert eindeutig, dass (unsere) Einrichtung beim Thema „Schulattraktivität“ offenbar einen Erfolg verbuchen kann“. Selbst Teilgruppen, die eine auffällige Kritik an den vorhandenen Angeboten formulierten, konnten an unserem Gymnasium nicht festgestellt werden.